Ankerpunkte – Sicherung zur Neuausrichtung

Ankerpunkte – Sicherung zur Neuausrichtung

Ankerpunkte

Sicherung zur Neuausrichtung

Heute, sehr früh im Wald, fingen die noch tief stehenden Sonnenstrahlen feine Seidenfäden eines Spinnennetzes ein. Die schimmernden Fäden waren an ein paar Ästen verankert – hoffentlich halten sie im Sturm stand.

Ich war sofort an den zweitägigen Leadership-Retreat letzte Woche hier am Dieksee erinnert. Diesmal nämlich ging es um Ankerpunkte – sieben Ankerpunkte, die für innere Stabilität sorgen, um sich und andere gut zu führen und in Ungewissheit dank ihrer beweglich und belastbar zu sein.

Tatsächlich produzieren Spinnen verschiedene Fadensorten, u. a. elastische Fäden, die um ihr Dreifaches dehnbar sind oder stabile Fäden, die – ins Verhältnis gesetzt – belastbarer als Stahl sind. Letztere werden für das Netzgrundgerüst und ihren Sicherungsfaden verwendet, der bestimmten Spinnen auch als Flugfaden dient, mit dem sie mittels Ballooning über mehrere Kilometer durch die Luft reisen und neue Lebensräume besiedeln.

Mir kommt es so vor, als würden auch wir derzeit in neue Räume übersiedeln. Erneuerungs- und Anpassungsfähigkeit sind gefragt. Es ist keine einfache Zeit. Doch mir fällt keine andere ein, in der ich so schnell so viel gelernt hätte: über mich, über die Menschen um mich herum, über Ängste und Sorgen, Pläne, Politiker und über virtuelle Kommunikation.

Ballooning – mittels Wind und Sicherungsseil kilometerweit in andere Lebensräume siedeln

Ich erlebe an mir, wie wichtig die gute Verankerung des Grundgerüsts und des Sicherungsfadens jetzt ist. Dazu zählt, mich meiner selbst, meiner inneren Qualitäten bewusst zu sein, mich immer wieder auf meine Wurzeln und meine Werte zu besinnen und meine eigenen Ankerpunkte zu spüren und daran zu arbeiten, also sie auch wirklich zu leben.

Sich über die wesentlichen Ankerpunkte, wie Werte, Sinn oder Leidenschaften, Lebensrichtung und einiges mehr bewusst zu sein gibt Halt, sogar viel Energie. Sichere Ankerpunkte erlauben, Unnötiges loszulassen – selbst die Bindung an erwartete Ergebnisse aufzugeben. So können wir dann andere ‚Denk- und Handlungsräume‘ besiedeln.

Die Aufgabe der Stunde ist, für innerer Stabilität zu sorgen, eine Stabilität, die nicht Starrheit bedeutet, sondern mit großer Leichtigkeit bewirkt, dass wir flexibel bleiben können und kreativ werden. So können wir die Chancen, die sich für uns und das Leben zweifelsohne auftun nutzen.

Während des Retreats „Vision entwickeln – Führungs-Kraft entfalten“ wirst Du in 3,5 Tagen einen inneren Kompass erarbeiten und Ankerpunkte auswerfen. Maile uns für aktuelle Termine

 

Führen im Treibsand – Tipps was es braucht

 

Diese bewusste Ungewissheit fühlt sich an, wie auf Treibsand zu gehen. Mit ihr zu führen braucht jetzt Mut:

Mut Regeln abzubauen, Mut Macht abzugeben und Führungsprinzipien zu hinterfragen, Mut neue Räume für innovatives Arbeiten zu schaffen. Keine einfache Aufforderung. Und Führung muss von alten Mythen loslassen. Corona hat mich und viele mehr ungläubig die Augen reiben lassen: von Null auf 100 in eine virtuelle Welt und Kontrolle herunter auf fast null. Erfahrungen des Lockdowns zeigen, wie schnell signifikante Anpassungen möglich sind: Dass virtuelle Kommunikation auch Ergebnisse aufweist, dass kleinere Teams nützlich sind oder dass mehr und echte Experimente zu gangbaren Wegen führen.

Wenn alles wie Treibsand unter den Füßen schwankt, dann ist es aufschlussreich, zuerst bei sich selbst anzufangen und der eigenen Angst zu begegnen: ‚Welche Ängste begleiten mein Führungshandeln und wie prägen sie das Ergebnis?‘

Taste Dich nur stückweise vor – auch wenn nach der großen Lösung gerufen wird. Das ist nur der Ruf nach Sicherheit, die es jetzt nicht gibt. Reduziere vielmehr die Komplexität, um das Wesentliches sichtbar zu machen. Entscheide trotz Unsicherheit schnell und sorge für die Möglichkeit zur Umsetzung. Heißt, halte aus, dass Du und andere Fehler machen und mauschel die bloß nicht unter. Alle sollten wissen, wo der Treibsand nicht trägt. Vor allem justiere zeitnah jeden Schritt.

 

Die Krise wird zum Katalysator für Veränderung

Die Krise wird Katalysator für zahlreiche Veränderungen sein. Mitarbeiter, Kunden, Gesetzgebung fordern und fördern, transparenter und sozial und ökologisch verantwortungsbewusster zu werden. Unternehmen, die sich dahin gehend aufstellen, werden mehr Chancen haben. Es steht viel auf dem Spiel: Wenn Organisationen jetzt nicht nur überleben, sondern gedeihen wollen, dann müssen Führungskräfte eine Organisationskultur schaffen, in der Mitarbeiter gerne zur Arbeit gehen und die Arbeit gut erledigen können. Erfinden Sie also dafür neue Formen und Strukturen, die den neuen Erfordernissen gerecht werden und vor allem die dann auch gelebt werden können. Die Bereitschaft dazu erfordert nicht nur Mut und Motivationsfähigkeit sondern Sinngebung, Zukunftsperspektive und Beteiligung – Ankerpunkte, die Halt und Richtung geben.

Sinn- und werteorientierte Agilitätskonzepte aus Zeiten vor der Pandemie finden jetzt Gehör: Organisationen als lebendige Organismen mit Selbstverantwortung und Eigeninitiative. Wenn die meisten sich über Sinn und Werte ihrer Organisation bewusst sind, entsteht aus diesem kollektiven Bewusstsein heraus Energie für Leidenschaft, für Entschlossenheit und für Zuwendung. Gesundes Gedeihen dank einer inneren Kraft und Stabilität.

Wenn wir Organisationen als lebendigen Organismen begreifen finden wir Antworten auf das Wie. Der Genuine Contact Ansatz hält Tools und Vorgehen für das „Gedeihen“ von Mensch und Organisation bereit und ermöglicht andere Ansätze harmonisch zu integrieren.

Mit dem Workshop „FUNDAMENT FÜR AGILE, GESUNDE UNTERNEHMEN – OHB 1+2“ lernst Du den GC-Basic Programmbaustein kennen. Du erhältst ein grundsätzliches Verständnis von Haltung sowie Tools und ein Vorgehen für Change-Prozesse.

Ich wünsche Dir einen herrlichen Sommer und schicke zum Abschied aus dem Norden ein plattdeutsches Wort, das mich schmunzeln ließ: „Schnutenpulli“ – den solltest Du nicht vergessen!

Mit besten Grüßen vom wunderschönen Dieksee.

Birgit Rocholl

 

 

„Lass uns mehr auf das Leben achten“

„Lass uns mehr auf das Leben achten“

Samstag Morgen

Guten Morgen,

Heute ist Samstag – wie unsere Welt Montag aussehen wird ist ungewohnt ungewiss.

„Lass uns mehr auf das Leben achten“, schloss mein Mann seinen Anruf aus Hamburg nachdem wir uns über seine und meine aktuellen Herausforderungen ausgetauscht hatten. Meine: Seit ein paar Tagen befinde ich mich in freiwilliger Quarantäne am Dieksee. Ja… Corona… Ich hatte eng mit einem frisch Angereisten aus dem italienischen Risikogebiet gearbeitet und danach beschlossen, allein am Dieksee zu bleiben. Ich bin also allein mit der Frage ‚wie mehr auf das Leben achten’.

 Ja, wie?… Ich war auf meinem Morgenspaziergang und schaute mich um. Der Wald sah trist aus: noch kein Hauch von Grün hier im Norden. Umgefallene Bäume, viele große und kleine heruntergefallene Äste und braune Blätter bedecken den feuchten Boden. Ist vielleicht meine Rücksicht völlig übertrieben?

 Zum Glück fand Angela Merkel gerade an dem Tag die drei Worte Solidarität, Vernunft, Herz. Genau sagte sie: „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz für einander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen.“ Damit konnte ich gut etwas anfangen: Denn dies sind wichtige Aspekte, wenn wir mit dem Organisationskompass© und Führungskräften arbeiten. Nun fiel es mir leichter, meine Termine zu verschieben, online zu organisieren, sogar abzusagen. Ich wurde dankbar für meine Wahlmöglichkeit: Ich hatte die Wahl, die nährenden Aspekte der Situation zu sehen. Innehalten, Zeit für diesen lang aufgeschobenen Newsletter oder Kooperation im Ausbau unserer speziellen Online-Meeting Kompetenz. Und auf einmal hörte ich Vögel und sah überall Krokusse. Ich begann zu ahnen, was dahinter steckt, ‚auf das Leben zu achten’. Loslassen, was ich nicht ändern kann und den Blickwinkel ändern – dahin wo die Chancen liegen.

Ratio, Herz und Solidarität. Nicht nur das Herz ausschütten, sondern gleichsam den Verstand einsetzen; es braucht Balance der drei Aspekte. Balance verlangt Klarheit auf der jeweiligen Ebene – das gilt für jeden einzelnen wie auch für jede Organisation:

  • Klarheit über den Sinn und Zweck des Unterfangens
  • Klarheit über (wissenschaftliche) Fakten und wofür wir stehen, Klarheit wann wir mit offenem Herzen statt halbherzig handeln und darauf aufbauend
  • Klarheit was wir für die Gemeinschaft einbringen können oder wollen, damit Zusammenhalt und Solidarität gelingen kann.

 So ein Kompass, ein Kompass, der aus dem System selbst Leitplanken für das Handeln entwickelt, setzt Lebendigkeit frei und öffnet für den Zauber des Lebens: Für neue Ideen Kreativität, Weitblick. Ich meine fest, wir brauchen diesen Zauber im Herzen, um eine Krise mit vielen Unbekannten zu meistern. 

Neugierig auf den Organisationskompass

Unsere richtige „Probe“ beginnt, wenn wir unbekanntes Terrain betreten: In Krisen, die uns so noch nicht begegnet sind und uns unmittelbar betreffen. Das erleben wir gerade alle mit Covid-19. Das Virus wird wohl zu einer globalen Rezession führen, Lieferketten werden lahmgelegt, Notenbanken senken Zinsen, Regierungen entwickeln riesige Investitionspakete, ganze Branchen ändern ihre Planung und ihre Prioritäten. Wir auch: Beratung, Vernetzung und Moderation zunächst online. Weitere drastische Maßnahmen werden folgen. Was wir dann brauchen, ist der Link zum Sinn und vor allem eine Vorstellung, wohin die Krise uns führt. Wir brauchen ein ermutigendes Bild davon, was uns die Zukunft bringt. Denn aus der Balance geworfen, blockiert Angst den Verstand und vernünftiges Handeln. Angst ist eine Begleiterscheinung jeden Wandels. Sie verschwindet nicht auf Anordnung. Doch wir können lernen damit vernünftig umzugehen.

Lernen mit Wandel und seinen Begleiterscheinungen umzugehen.

Wie viele Unternehmen befinden sich gerade auf unbekanntem Terrain – gar großer Krise! Aus der Katastrophenforschung lässt sich etwas mitnehmen, wie Unternehmen unbekanntes Terrain beschreiten und was Menschen in Unternehmen in Krisen brauchen:

 Martin Voll, Professor für sozialwissenschaftliche Katastrophenforschung an der Freien Universität Berlin untersucht mit seinem Team Katastrophen z.B. die Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein, Hurrikan Irma oder Tschernobyl, um das Verhalten und die Bedarfe von Menschen in Krisen zu verstehen.

Mittlerweile werden Krisen anders wahrgenommen, das liegt insbesondere an der Echtzeit der Teilhabe, obwohl tausende Kilometer entfernt. Dabei erschüttert nicht mehr das individuelle Schicksal, sondern so Voss „was im Innersten verunsichert ist das Gefühl, dass die Zukunft nicht mehr so sicher erscheint.“ Das Unwissen selbst ist also die Herausforderung. 

Strategien in der Krise

  • Vorbeugend nachdenken
  • Nachvollziehbar Informationen verfügbar machen
  • Einleuchtende Zusammenhänge aufzeigen
  • Angst über Austausch verarbeiten
  • Heterogenität und Autonomie der Beteiligten berücksichtigen

 Doch gerade das Bewusstsein für mögliche Arten von Krisen spielt eine wesentliche Rolle. Deshalb rät Prof. Voss stärker darüber nachzudenken.

Das bereite besser vor auf das Unwahrscheinliche, das Unvorstellbare, den sogenannten schwarzen Schwan – etwas äußerst Seltenes. Denn, so ist im Tagesspiegel von ihm 2017 von Prof. Voss zu lesen: „es gibt eine ganze Reihe davon, etwa eine große Pandemie oder ein globaler Crash der Finanzmärkte.“ Jetzt ist sie da, die Pandemie. Wir genug über diesen schwarzen Schwan nachgedacht?

Vor Panik zu warnen ist die falsche Strategie. Wir kennen das aus unserem Alltag. Jemand regt sich fürchterlich auf aber der Rat „reg Dich nicht auf“ regt erst recht auf. Emotionen nehmen Rat nicht an. Und Panik ist Emotion. Es braucht Zuhören, Durchatmen, Innehalten, Verstehen. Mein Eindruck ist derzeit, dass die große Mehrheit im Umgang mit Covid-19 ein rationales und nachvollziehbares Verhalten aufweist. Besonnenheit gelingt, je klaren die Informationen und einleuchtender die Zusammenhänge sind. Menschen brauchen nachvollziehbare Nachrichten und wenn es keine gibt, werden sie an den Haaren herbei gezogen. Das ist zu vermeiden. Um rational und emotional Unbekanntes und Unsicherheit zu verarbeiten brauchen Menschen Austausch.

Wenn Krisen unser Innerstes verunsichern, wir nicht nur unser Verhalten ändern sondern neu lernen müssen, suchen wir Halt – meist bei denen, die mehr Daten und Überblick haben – letztlich bei denen die führen. Ob in Unternehmen oder der Politik – es werden trotz der unbekannten Situation Entscheidungen nötig und verlangt – Entscheidungen mit denen nie alle zufrieden sind und die in einem unbekannten Terrain nicht fehlerfrei sein können. Eine weitere Herausforderung ist, mit der Heterogenität der Gesellschaft umzugehen – z.B. der hohen Freiheitsliebe versus dem Wunsch nach klarer Ansage mit Regeln.

Krisenzeiten stärken – in der Gesellschaft, Ökonomie und hoffentlich auch Ökologie wie auch bei uns Menschen selbst. Dabei lässt jede Ebene Federn. Aber das was nachwächst ist gestärkt. Menschen rücken nachweislich in Katastrophen zusammen und unterstützen sich gegenseitig. In all der Unsicherheit ist Solidarität eine großartige Hilfe und damit Halt. Sie hilft nicht nur anderen sondern auch denjenigen, die sie anbieten. Aktuell keimen Nachbarschaftshilfen (#NachbarschaftsChallenge) auf und Menschen erleben, dass ihre jeweilige Solidarität wertvoll ist. Sie gibt Bestätigung und macht Mut. Sie spendet Sinn in der Krise und weckt Kreativität und Lebendigkeit. Ich verstehe: „mehr auf das Leben achten.“

Ich wünsche Dir ein gesundes Wochenende und achte auf das Leben.

Herzlichen Gruß

Birgit

Mehr Licht

Mehr Licht

Die längste Nacht 2019 liegt hinter Ihnen. Mit dem Aufgang der Sonne heute früh werden die Tage täglich etwas länger. Mehr Licht! Hier im Norden ist das besonders deutlich „lesbar“: Vergleichen Sie einmal die zwei Fotos von den Sonnenaufgängen über dem Dieksee heute und vom September. Eine gewaltige Strecke liegt zwischen den Aufgängen – in nur drei Monaten!

Von Tag zu Tag jedoch bleicht die veränderte Sonnenstellung unbemerkt. Gleichwohl ist jeder erlebte Sonnenaufgang magisch – es ist fast ein heiliger Moment, wenn auf einmal der See, das Haus, die Räume von dem orange-gelben ersten Licht geflutet sind und wenn, wie wachgeküsst die Vögel im Sommer zu singen beginnen. Der Moment des Sonnenaufgangs bringt Energie, Lebenskraft und Frische, während der Sonnenuntergang bei mir Sehnsucht und Nachdenklichkeit weckt und auch mal melancholisch stimmt.

Mit diesen zwei besonderen Fotos möchte ich Ihnen Lebensenergie, viel Licht im Herzen und ein Frohes Weihnachtsfest wünschen. Denken Sie dran: Wandel ist permanent – Er steckt in allem, der Natur, dem Sonnensystem und in uns. Und so ist jeder Moment ein frischer Moment, unwiederbringlich und alles, auch wir Menschen, ist einzigartig.

Lassen Sie uns versuchen, diese Festtage Menschen mit dieser entsprechenden Haltung zu begegnen und mit Neugier für ihre Geschichten auf sie zugehen –und mit „mehr Licht“ im übertragenen Sinne in unseren Herzen.

Frohe, vergnügliche und gesegnete Weihnachten wünsche ich uns allen

Ihre Birgit Rocholl

 

Die Kurse 2020:

Sie finden bereits fast alle offenen Workshops am Dieksee auf unserer Website. Suchen Sie sich ein paar aus und kommen Sie schauen, wo die Sonne morgens aufgeht! Noch nicht dabei ist ein 3-stufiger Leadership-Accelerator Kurs. Bleiben Sie auf dem Laufenden.

Zeitnah, Anfang März, findet der erste Visionsworkshop 2020 statt. Da der Kurs schnell ausgebucht ist, reservieren Sie sich den Platz lieber gleich.

Wie agile Führungskultur Transformation fördert

Wie agile Führungskultur Transformation fördert

Wie agile Führungskultur Transformation fördert

Es kann gelingen, über Meetings eine neue Haltung in Organisationen zu wecken und sie so nachhaltig zu verändern. Es braucht neben neuen Formaten eine neue Haltung zu Führung.

Gleichheit – Führung im Wechsel – Ermutigung
Auf dem See versammeln sich Grau- und Kanadagänse. Sie üben. Sie üben den kollektiven Start aus dem Wasser, sie üben das Formationsfliegen für Ihre Reise in den Süden: Die erste Gans schlägt mit den Flügeln und ruft auffordernd, die nächsten tun es ihr gleich – eine ganze Weile großes Gezeter. Sie ermutigen sich gegenseitig bis alle ohrenbetäubend krakeelen. Schließlich heben sich die schweren Vögel aus dem Wasser und… sie fliegen leicht, elegant und ungeheuer wendig!

Eine fliegt vornweg während von hinten aufmunternde Rufe kommen. Sie üben auch den Führungswechsel. Die Leitgans fällt zurück, eine andere übernimmt die Spitze. Auch sie kennt den Weg. Alle kennen ihn! Es gibt keine dauerhafte Führung: Manchmal tauscht eine kleine Gruppe in die Führungsspitze, die vordersten ordnen sich weiter hinten ein. Zeitweilig entsteht dabei eine Art Doppelspitze. Und wenn eine Gans abstürzt, sorgen zwei dafür, dass sie zu dritt hoffentlich wieder andocken. Instinktiv wissen alle: nur gemeinsam können sie Höhen von über 5000 Metern und Entfernungen bis nach Afrika schaffen. Und nur mit der Führungs-Kraft einer jeden und nur mit Ermutigung.

So führen, dass andere folgen war gestern
Zum Thema Führung haben die Graugänse das Wesentliche über agiles führen gesagt. In jeder Art von Business verlangen mega Umwälzungen mittlerweile von allen Mitarbeitern das was ich „Führungs-Kraft“ nenne: es wird die Fähigkeit verlangt, Entscheidungen auf Basis des eigenen und kollektiven Wissens (und Weisheit) zu treffen – einfach damit die Arbeit erledigt wird. Das setzt Klarheit über Sinn, Werte und Richtung bei allen voraus. Dafür die Voraussetzung und die Möglichkeiten zu schaffen und zu ermutigen – das ist die neue Führungsaufgabe. Dies ist eine entscheidende Veränderung gegenüber früher, als es darum ging, dass Menschen bestmöglich folgen können. Und es ist eine transformative Aufgabe.

Mit Meetings Unternehmenskultur verändern
Ein effektiver Hebel für Transformation sind Besprechungen – ob nun Kick-off Veranstaltung, das Montagsmeeting, Workshops oder Aufsichtsratssitzungen… Und zwar: Nutzen Sie Besprechungsformate, die nicht nur variantenreicher und mit mehr Freiheit für aktuell relevante wie auch grundsätzliche Topics sind, sondern radikal anders. Bewirken Sie, dass die Art des Gedankenaustausches sich ändert. Fördern Sie eigenständiges Denken. Geben Sie methodisch Raum für Reflexion und sorgen Sie für echte Begegnungen, für Offenheit und die Bereitschaft in Ruhe hinzuhören. So bewirken Sie neben innovative Lösungen und Verantwortungsbereitschaft auch Transformation. So werden viele Samen gesät die aufgehen. Seedings statt Meetings. Das gelingt Ihnen über spezielle Verfahren und Tools.

Am schönen Dieksee können Sie das Säen lernen. Besprechungen und Workshops radikal anders zu gestalten: Sie lernen welche Tools helfen und welche Vorbereitungen für die jeweilige Sitzungen relevant sind und Sie erkennen, welche Haltung es braucht: „MIT MEETINGS UNTERNEHMEN VERÄNDERN“ – Holistische Moderation Die Ausbildung ermöglicht, in die oben beschriebene neue Führungsaufgabe Vertrauen zu gewinnen, weil sie erleben, dass diese Art Meetings zu führen, praktikabel ist. Sie erhalten ein Verfahren mit einfachen Tools, die situativ und pragmatisch handhabbar sind. Sie werden erleben, dass sich der Erfolg für innovative Vorhaben einstellt!

Vorab schon mal vier Tipps

Der Einstieg – Vertrauensaufbau und Präsenz: Es sollte ein Einstieg gewählt werden, der direkt zum Thema führt und Raum für eigene Sichtweisen und Emotionen gibt. Etablieren Sie hier gleich das Prinzip der Augenhöhe.

Unterscheidung von AM- und IM-System: Bei „Am-System-Fragen“ werden Arbeitsweisen, Strategien, Verhaltensmuster reflektiert oder geeignete Strukturen erkundet. Operative Im-System-Themen könnten oft viel schneller abgearbeitet werden, z.B. mit SCRUM oder ähnlichen entscheidungsstarken agilen Methoden. Am-System-Fragen verlangen ein Setting mit Raum für Reflexion.

Neue Haltung gewinnen: Reflexion, das Nachdenken über das eigene Denken und Handeln ist keine Zeit- und Geldverschwendung. Managerqualität zeigt sich nicht darin, dass auf alles eine Antwort da ist, sondern dass weiterführende Fragen erlaubt sind. Lernen Sie zu vertrauen und eine gemeinsame Lösung zu finden.

Der Kreis – Das Prinzip der Gleichheit: Finden Sie sich gleich zu Beginn im Kreis zusammen. Die gleichberechtigte Position aller weckt Verantwortung. Die Offenheit führt zur gegenseitigen Unterstützung. Es wird weniger vertuscht.
Und noch zwei Empfehlungen:

1. Zeit geben: um Wissen zu vernetzen, zu verdichten und tragfähigen Konsens zu gewinnen. Sie bekommen sie zurück dank weniger Fehleinschätzungen, Missverständnisse und mehr Konsens… Es entsteht Qualität

2. Wagen Sie Diversität: Unterschiedliche Interessen sorgen dafür, dass verschiedene Perspektiven zu einem deutlich weitsichtigeren, bestandsfähigem Ergebnis führen.

 

Zwei Workshops am Dieksee:

MIT MEETINGS UNTERNEHMEN VERÄNDERN Holistische Moderation (WPPF) – Advanced Modul 2 Genuine Contact™ Program / 8.- 10. Dezember – Das Kürzel WPPF steht für Whole Person Process Facilitation. Die 3 Tage werden ergänzt mit Elementen aus den Ansätzen von „Thinking Environment“ und „Circle“. Melden Sie sich bald an, es gibt nur wenige freie Plätze.

VISIONSENTWICKLUNG (IHB) – Was gibt Ihrem Leben Sinn? Welche Kraft leitet und führt Sie? Wo wollen Sie mittelfristig hin und wie wollen Sie sich 2020 ausrichten? Achtung: Wegen Nachfrage Zusatztermin Ende 2019/Anfang 2020: der finale Termin ist noch offen und wird gemeinsam gedoodelt. Begrenzt auf 4 Personen!

Seien Sie dabei und profitieren Sie von vielen Praxisbeispielen und dem wunderschönen Dieksee!

Tschüss und auf Wiedersehen auf meinem nächsten „Waldspaziergang“. Oder kommen Sie doch mal mit!

Herzlichst

Birgit Rocholl

Mit Verletzlichkeit führen

Mit Verletzlichkeit führen

Mit Verletzlichkeit führen

Mut zur Verletzlichkeit ist Führungs-Kraft

Wozu leisten sich Buchen alle paar Jahre eine Blüten-Überproduktion? Der enorme Kraftakt schwächt doch und macht verletzlich und damit anfällig für Parasiten! 

Dieses Jahr machte es mich neugierig. Kurz gesagt: Der scheinbare Überfluss entpuppt sich als weitsichtige, generationsübergreifende Existenzsicherung. Die vielen Blüten fördern nährreiche Humusbildung für den eigenen Nachwuchs und die zahllosen Bucheckern im Herbst erhöhen die Chance auf Keimlinge.

Und Organisationen? Welche Bedeutung hat Verletzlichkeit in Organisationen? 
Ist Verletzlichkeit Bestandteil des Humus für Transformation und Existenzsicherung. Und wie sorgen Organisationen für solch’ gesunde Humusbildung – für nährstoffreiche Bedingungen:
Es braucht die Bereitschaft und den Willen auf Führungsebene bei sich mit dem Prozess zu starten: Ist die Führung bereit, eigene Vorstellungen von richtig und falsch radikal zu hinterfragen? Gewohnte Handlungsmuster zu überdenken? Mutig offen zu legen und Komfortzonen aufzugeben? Denn wer Systeme umgestaltet obwohl alles gut läuft macht sich und das System schnell angreifbar – es braucht Mut zur Verletzlichkeit.

Zukunftssicherung braucht Weitsicht, also Beobachtungsgabe und Offenheit für zukünftige Zusammenhänge sowie den festen Willen zukunftssichernd zu handeln. Damit verbunden sind Mut und Entschlossenheit, sich verletzlich zu machen obwohl und solange mögliche Vorteile noch nicht evident sind und es braucht auch Kraft, mit den Folgen gelassen umzugehen.

Das auch ist Führungs-Kraft.

Die Krux – restriktive Muster und Schattenorganisationen

Die Krux sehe ich in häufig restriktiven Mustern. Meist sind offizielle Unternehmensstrukturen und Abläufe auf Kontrolle ausgerichtet. Solche Rahmenbedingungen für Zusammenarbeit passen selten zum tatsächlichen Bedarf und auch nicht zu den Erwartungen der Mitarbeiter. Nicht zuletzt aus Sorge vor Geltungsverlust führen tradierte Vorstellungen über Fehler, Strukturen und Führungsaufgabe und zu Stagnation der gewünschten Transformation und zu Schattenorganisationen. Schattenorganisationen mit „Parallelsystemen“ funktionieren oft tausendmal besser und sichern irgendwie doch noch den Erfolg. Auf inoffiziellen Wegen werden Informationen ausgetauscht und Unterstützung eingeholt, wird Meinung gemacht und Führungskräfte beurteilt. Welch Energieverlust!

Purpose first!
Die Lösung liegt jedoch keines Falls allein darin, Strukturen und Abläufe nach Bedarf und Wirkung auszurichten. Ich meine Transformation braucht einen Nährboden: Klarheit über den Sinn und Zweck – neudeutsch Purpose: und zwar zur Organisation, zur Transformation und zu Führung und Haltung. Purpose und Werte sind Teil eines gesunden Humus. In diesem Humus entstehen „Möglichkeitsräume“. Möglichkeitsräume… das impliziert Offenheit, nicht aber Gewissheit oder Sicherheit. Es impliziert auch Vertrauen in den noch unbeschriebenen Weg und in die eigenen Mitarbeiter mit ihrem Knowhow. Und es braucht Mut zur Verletzlichkeit.

Und die Führung braucht auch die Kompetenz, „Möglichkeitsräume“ zu öffnen und entsprechende Prozesse mit ganzheitlichen Rahmenbedingungen zu gestalten. Über diesen holistischen Anspruch an Transformation und gesundem Erfolg können Sie am Dieksee mehr erfahren:

 

Auf ein Wiedersehen am Dieksee oder beim nächsten „Waldspaziergang“