Agilität braucht

ein flexibles Netz!

Agilität in Organisationen – das funktioniert nicht auf Anweisung. Das Geheimnis ist die Haltung. Allerdings können Sie mit Besprechungsformaten Lebendigkeit, Kreativität und Flexibilität in Organisationen fördern und eine agile Organisation entwicklen.

Dazu habe ich Ihnen ein Bild von meinem Weg zum Wald mitgebracht, wo jetzt Spinnennetze im Morgentau glänzen. Unbeweglich wacht die Spinne über ihr komplexes Gewebe: Speichen- und Rahmenfäden, klebrigen Spiralfäden und eine Fadenbrücke. Die zarten Verbindungen bilden ein komplexes und effektives System. Blitzschnell kann sie sich über das gesamte Netz bewegen ohne kleben zu bleiben. Dabei braucht sie verschiedene Modi: Sorgfalt beim Spannen vom Netz, Übersicht und Innehalten beim Wachen über ihr Netz und hohe Agilität sobald etwas ins Netz geht.

Organisationen, die in der Lage sein wollen, blitzschnell und agil zu handeln, wird Ähnliches abverlangt:

Nachhaltige aber bewegliche Netze für Wissenstransfer und Zusammenarbeit. Da helfen Besprechungsformate mit offenen, authentischen Gesprächen – auch bereichsübergreifende. Erkunden, statt Standpunkte verteidigen. So etwas braucht Sorgfalt in der Planung, Know-how im Umgang mit den Tools und eine spezifische Haltung.

Es muss gelingen,

  • Chancen und Möglichkeiten von Vernetzungen offenzulegen
  • Hierarchiebedingte Verhaltensmuster oder Vorurteile aufzulösen
  • Leidenschaft für das Thema zu wecken
  • Das Wissen und die Potentiale aller bestens zu heben und zu vernetzen

Real-time-Wissenspools kreieren

So können sie wahre „Real-time-Wissenspools“ sein, in denen unerwarteter Innovationsreichtum, Energie und viel Flexibilität entsteht.

Hier kann

  • jeder die Sichtweise zum Thema offen einbringen und Gehör finden
  • aus verschiedenen Perspektiven ein besseres und vor allem einmütiges Ergebnisse entstehen

Selbstführung und -Verantwortung lernen

Ein bewährtes Moderationsverfahren für solche Besprechungen heißt „WPPF“. Der holistische Ansatz führt nach bereits wenigen Minuten zu „echten“ Gesprächen rund um die wirklichen Anliegen der Teilnehmenden zum Thema. Dabei wird Selbstführung und Selbstverantwortung gefördert. Statt ergebnisorientiert vorzugehen wird mit der Energie der Anliegen gearbeitet. Das mag nach der Großgruppenmethode Open Space Technologie klingen. Und ja, WPPF wurde von der „Mutter“ von OST, Birgitt Williams entwickelt.

Haltung prüfen

Wer mit WPPF eine Besprechung oder einen ganzen Prozess leiten will, tut – wie die Spinne im Netz – gut daran, innezuhalten und die eigene Haltung dahingehend zu prüfen, inwiefern die Ergebnisse aus dem Prozess heraus entstehen dürfen. Auch die „Machtposition“ der Moderation und die diesbezügliche Einflussnahme auf den Prozess und das Ergebnis gilt es zu reflektieren.

Wenn Sie mehr daüber wissen mögen und Haltung und Verfahren mit zahlreichen einfach anwendbaren Tools studieren möchten, können Sie dies in verschiedenen Workshops am Dieksee lernen.

Und übrigens – und ganz nebenbei: Wer häufiger auf diese Weise mit Menschen arbeitet, wird einen erstaunlichen Kulturwandel erleben. Mehr Gemeingeist, mehr Selbstverantwortung und mehr Flexibilität. Die Organisation wird agil.

Tschüss und auf Wiedersehen.

Bis zum zum nächsten „Waldspazierung“.

Herzlichst

Birgit Rocholl