Mit Verletzlichkeit führen

Mut zur Verletzlichkeit ist Führungs-Kraft

Wozu leisten sich Buchen alle paar Jahre eine Blüten-Überproduktion? Der enorme Kraftakt schwächt doch und macht verletzlich und damit anfällig für Parasiten! 

Dieses Jahr machte es mich neugierig. Kurz gesagt: Der scheinbare Überfluss entpuppt sich als weitsichtige, generationsübergreifende Existenzsicherung. Die vielen Blüten fördern nährreiche Humusbildung für den eigenen Nachwuchs und die zahllosen Bucheckern im Herbst erhöhen die Chance auf Keimlinge.

Und Organisationen? Welche Bedeutung hat Verletzlichkeit in Organisationen? 
Ist Verletzlichkeit Bestandteil des Humus für Transformation und Existenzsicherung. Und wie sorgen Organisationen für solch’ gesunde Humusbildung – für nährstoffreiche Bedingungen:
Es braucht die Bereitschaft und den Willen auf Führungsebene bei sich mit dem Prozess zu starten: Ist die Führung bereit, eigene Vorstellungen von richtig und falsch radikal zu hinterfragen? Gewohnte Handlungsmuster zu überdenken? Mutig offen zu legen und Komfortzonen aufzugeben? Denn wer Systeme umgestaltet obwohl alles gut läuft macht sich und das System schnell angreifbar – es braucht Mut zur Verletzlichkeit.

Zukunftssicherung braucht Weitsicht, also Beobachtungsgabe und Offenheit für zukünftige Zusammenhänge sowie den festen Willen zukunftssichernd zu handeln. Damit verbunden sind Mut und Entschlossenheit, sich verletzlich zu machen obwohl und solange mögliche Vorteile noch nicht evident sind und es braucht auch Kraft, mit den Folgen gelassen umzugehen.

Das auch ist Führungs-Kraft.

Die Krux – restriktive Muster und Schattenorganisationen

Die Krux sehe ich in häufig restriktiven Mustern. Meist sind offizielle Unternehmensstrukturen und Abläufe auf Kontrolle ausgerichtet. Solche Rahmenbedingungen für Zusammenarbeit passen selten zum tatsächlichen Bedarf und auch nicht zu den Erwartungen der Mitarbeiter. Nicht zuletzt aus Sorge vor Geltungsverlust führen tradierte Vorstellungen über Fehler, Strukturen und Führungsaufgabe und zu Stagnation der gewünschten Transformation und zu Schattenorganisationen. Schattenorganisationen mit „Parallelsystemen“ funktionieren oft tausendmal besser und sichern irgendwie doch noch den Erfolg. Auf inoffiziellen Wegen werden Informationen ausgetauscht und Unterstützung eingeholt, wird Meinung gemacht und Führungskräfte beurteilt. Welch Energieverlust!

Purpose first!
Die Lösung liegt jedoch keines Falls allein darin, Strukturen und Abläufe nach Bedarf und Wirkung auszurichten. Ich meine Transformation braucht einen Nährboden: Klarheit über den Sinn und Zweck – neudeutsch Purpose: und zwar zur Organisation, zur Transformation und zu Führung und Haltung. Purpose und Werte sind Teil eines gesunden Humus. In diesem Humus entstehen „Möglichkeitsräume“. Möglichkeitsräume… das impliziert Offenheit, nicht aber Gewissheit oder Sicherheit. Es impliziert auch Vertrauen in den noch unbeschriebenen Weg und in die eigenen Mitarbeiter mit ihrem Knowhow. Und es braucht Mut zur Verletzlichkeit.

Und die Führung braucht auch die Kompetenz, „Möglichkeitsräume“ zu öffnen und entsprechende Prozesse mit ganzheitlichen Rahmenbedingungen zu gestalten. Über diesen holistischen Anspruch an Transformation und gesundem Erfolg können Sie am Dieksee mehr erfahren:

 

Auf ein Wiedersehen am Dieksee oder beim nächsten „Waldspaziergang“